Dr. med. Florian Brückner

Sportmedizin, Chirotherapie, Naturheilverfahren

Chronische Übersäuerung des Körpers — häufige Ursache chronischer Krankheiten und Beschwerden

In der Chemie werden Flüssigkeiten und Stoffe nach dem so genannten pH-Wert in Säuren und Basen bzw. sauer oder basisch reagierende Flüssigkeiten oder Stoffe eingeteilt. Dies ist auch für den menschlichen Körper von elementarer Bedeutung. Enzyme, welche für die Stoffwechselvorgänge zur Energiegewinnung, für Reparaturvorgänge, Regeneration oder "Entgiftung" gebraucht werden, haben bei einem bestimmten pH-Wert ihre optimale Wirkung. Dieser pH-Wert muss im Körper genau wie möglich konstant gehalten werden, da es sonst zu Störungen oder Einschränkung des Stoffwechsels kommt.

Bei fast jedem Stoffwechselvorgang im Körper entstehen Säuren. Die Aufgabe des Blutes ist es diese Säuren aufzunehmen, zu neutralisieren um den pH-Wert des Blutes konstant zu halten und schließlich über Transport zu den Ausscheidungsorganen Haut, Lunge, Niere und Darm zu entsorgen. Speziell bei der "Entgiftung" verwandelt der Körper Schadstoffe in lösliche saure Verbindungen, die als so genannte Schlackenstoffe schließlich über das Blut an die Ausscheidungsorgane transportiert und ausgeschieden werden können.

Werden bei diesen Vorgängen so viele Säuren produziert und frei gesetzt, dass die Kapazität der Ausscheidungsorgane erschöpft ist, müssen die Säuren ähnlich einem Überlaufbecken nach einem Regenguss zwischen gelagert werden. Dafür werden diese sauren Schlackenstoffe vom Blut in das Bindegewebe verschoben und dort zwischen den einzelnen Zellen in der so genannten Matrixsubstanz abgelagert.

Über Nacht werden dann während der Ruhephase überschüssige Säuren wieder aus dem Bindegewebe herausgelöst und ausgeschieden. Bei einer chronischen Überlastung des Körpers können nicht mehr alle sauren Schlackenstoffe die im Stoffwechsel anfallen ausgeschieden werden, so dass es zu einer dauerhaften und langsam zunehmenden Ablagerung im Matrixraum kommt.

Dies führt zu einer chronischen Übersäuerung des Organismus und "verstopft" zudem den Transportweg von lebenswichtigen Nährstoffen aus der Blutbahn zu den Zellen der einzelnen Organe und umgekehrt von den Zellen zurück in die Blutbahn. Der Sauerstofftransport in die Gewebe verschlechtert sich dadurch ebenfalls. Sauerstoffmangel (Ischämie) wiederum führt zu einer weiteren Produktion von Säuren (anaerobe Energiegewinnung).

Neben vielfältigen Störungen die sich dadurch ergeben kommt es einer Absenkung der Erregbarkeitsschwelle von Nervenzellen und damit zu einer leichteren Erregbarkeit von beispielsweise Schmerzrezeptoren.

Typische Ursachen bzw. Folgen einer chronischen Übersäuerung des Körpers können sein:

  • Sodbrennen und Übersäuerung des Magens
  • Verdauungsstörungen wie Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Krämpfe
  • Chronische Weichteilschmerzen wie beispielsweise Weichteilrheuma oder Fibromyalgie
  • Chronische Gelenkschmerzen oder Verstärkung von Gelenkschmerzen bei rheumatischen Erkrankungen
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Leistungsverlust
  • Infektneigung
  • Bluthochdruck
  • Psychovegetative Erschöpfung
  • Verstärkte Allergiebereitschaft.

Hinweise auf eine mögliche Übersäuerung des Körpers ergeben sich aus einer pH-Wert Messung des Urins in einem Tagesprofil (Privatleistung).
Für die Behandlung bieten sich klassischer Weise Ernährungsumstellung, Nahrungsergänzung und Heilfasten an. Die wichtigste Form der Entsäuerung ist aber die tägliche Bewegung oder moderate sportliche Aktivität.